Logo: Gute Nachrichten zur Inklusion Copyright: Marleen Soetandi

Daumen hochKassel: Sei es der Auszug aus einer Behinderteneinrichtung in die eigene Wohnung, der eigentlich selbstverständliche Besuch eines Fitnesszentrums und die Teilnahme an allgemeinen Freizeitaktivitäten oder der Weg aus einer Werkstatt für behinderte Menschen zu einem Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, eine Persönliche Zukunftsplanung kann einige Veränderungen zu einem inklusiveren Leben in Gang bringen und begleiten. Dies wurde bei einer gemeinsamen Online-Veranstaltung des Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung mit dem Projekt "Gute Nachrichten zur Inklusion“ des NETZWERK ARTIKEL 3 und dem Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), Sascha Lang, am 7. April deutlich. Denn dabei ging es um gute Nachrichten zur Persönlichen Zukunftsplanung.

"Viel zu oft müssen wir uns mit schlechten Nachrichten herumschlagen und uns mit Herausforderungen der traditionellen, noch weitgehend aussondernd orientierten, Behindertenarbeit und -politik beschäftigen. Da sind gute Nachrichten zur Inklusion besonders wichtig, Denn diese zeigen, dass vieles möglich ist, wenn man es nur will und die richtige Unterstützung geboten wird. Vor allem machen diese Mut, um sich weiter für Inklusion zu engagieren.“ So beschrieb der Koordinator des von der Aktion Mensch geförderten Projektes "Gute Nachrichten zur Inklusion“ Ottmar Miles-Paul das Ziel des Projektes. Und so diente diese Veranstaltung dazu, einmal den Blick vorrangig auf gute Nachrichten zur Inklusion zu richten - in diesem Fall durch die Nutzung Persönlicher Zukunftsplanungs-Prozesse.
 
Die von Susanne Göbel vom Vorstand des Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung und von Sascha Lang vom IGEL-Podcast moderierte Veranstaltung brachte dann auch einige gute Beispiele hervor, die behinderte Menschen, die eigene Persönliche Zukunftsplanungen genutzt haben, und diejenigen, die Persönliche Zukunftsplanungen moderieren, erreicht und erlebt haben. Ein Ausgangspunkt für eine Persönliche Zukunftsplanung war beispielsweise der Traum von Tamara Werth, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet, einmal nach London zu reisen. Dieser Traum konnte recht schnell umgesetzt werden und bringt heute noch ein Leuchten in ihre Augen, wenn sie davon berichtet. Zudem hat sie einen Weg gefunden, um für ihre Gesundheit zu sorgen, indem sie in ein Fitnesszentrum speziell für Frauen geht. Mächtig stolz ist sie auch darauf, dass sie in ihrer eigenen Wohnung lebt. "Wenn man erst einmal merkt, dass man Ziele erreichen kann, die man sich gesetzt hat, kommen oft auch andere Veränderungsprozesse in Gang“, schildert Susanne Göbel ihre Erfahrungen.
Dies konnte auch Nicolette Blok als langjährige Moderatorin Persönlicher Zukunftsplanungen bestätigen. Sie schilderte einige Beispiele, die deutlich machten, wie wichtig es ist, dass behinderte Menschen dabei unterstützt werden, ihre Träume zu entwickeln und deren Umsetzung mit anderen zusammen angehen zu können. Das traditionelle System biete hier oft erhebliche Grenzen, die vor allem auch unter Einbeziehung verschiedener Akteur*innen aus der Gemeinde oder Stadt zum Teil sehr unkompliziert überwunden werden können. "Dann lädt mal halt mal einen Banker oder einen Bäcker zu einem Zukunftsfest ein. Auch wenn diese zum Teil noch nie mit einem behinderten Menschen zu tun hatten, haben diese oft ganz unkomplizierte Ideen, die neue Türen öffnen“, betonte die bei Graz lebende Moderatorin und Ausbilderin zur Persönlichen Zukunftsplanung. Ganz wichtig ist ihr dabei, dass ihr Wissen um die medizinische Diagnose der planenden Person eine sehr untergeordnete bis keine Rolle spielt, sondern sie interessiert sich in ihrer Rolle als Moderatorin für den Menschen mit seinen Fähigkeiten, Stärken, und Interessen – unabhängig davon, welchen Unterstützungsbedarf die Person hat oder wie sie kommuniziert.
 
Im Gespräch mit den Teilnehmer*innen wurden die geschilderten Erfahrungen bestätigt und vor allem deutlich, dass es bei der Persönlichen Zukunftsplanung um ein Herzensthema geht. Denn dabei machen sich Menschen auf den Weg, um konkret etwas in ihrem Leben zu verändern oder anstehende Veränderungen gut zu gestalten, um ihre Träume zu entdecken, Ziele daraus zu entwickeln und diese anzugehen.
 
Tamara Werth bringt es auf den Punkt: "Persönliche Zukunftsplanung ist für alle da." Und so versteht sie auch ihre Rolle als Botschafterin für Persönliche Zukunftsplanung darin, vielen davon zu erzählen, denn aus ihrer Erfahrung kann jede Person davon profitieren, über die eigene Zukunft nachzudenken und sie zusammen mit einem Unterstützungskreis aktiv zu gestalten.
 
Das hat auch den Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), Sascha Lang, sichtlich bewegt. Er wird demnächst daher zwei Podcast-Sendungen zur Persönlichen Zukunftsplanung ausstrahlen. Einmal geht es zum Beispiel um die Geschichte der Persönlichen Zukunftsplanung und ihrer Einordnung im Zusammenhang mit der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) und des Peer Counselings. Danach wird der IGEL-Podcast mit Mitschnitten aus der Online-Veranstaltung veröffentlicht – natürlich mit einigen guten Nachrichten zur Persönlichen Zukunftsplanung.