Logo der kobinet nachrichten

   
06.11.2002 - 10:51
Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit

von kobinet-Korrespondent Alexander Drewes

Düsseldorf/Kassel (kobinet) Der Verein «Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit» hatte zu einer Podiumsdiskussion am 26. Oktober 2002 auf der RehaCare in Düsseldorf geladen, um auszuloten, inwiefern die deutsche Behinderten(selbst-)hilfe in der Lage und willens ist, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und etwas für die Vernetzung der Entwicklungszusammenarbeit zu tun, und alle, alle kamen ... nicht. Die Veranstalter waren nämlich so gut wie unter sich.

Dabei können wir hierzulande von sog. Entwicklungsländern durchaus lernen, erläuterte der Vertreter der Interessenvertretung «Selbstbestimmt Leben» in Deutschland (ISL) im Rahmen der Diskussion. Vielfach sähen sich im Entwicklungsprozess begriffene Länder in Afrika, Südamerika oder Asien gar nicht in der Lage, mit der Segregation behinderter Menschen zu beginnen, schon weil ihnen die finanziellen Mittel dafür fehlten. Dies stütze auch die These, die die Behindertenselbsthilfe in den «entwickelteren» Ländern immer wieder verfechten, dass nämlich die Ab- und Aussonderung behinderter Menschen in Einrichtungen regelmäßig teurer sei als die Integration dieser Menschen.

Impulse zu setzen, Öffentlichkeit für das Thema zu schaffen, zu interessieren und zu vernetzen, das waren die wesentlichen Gesichtspunkte dieser kleinen, aber exklusiven Veranstaltung. Wichtig wird es für die Zukunft sein, einzelne Projekte oder gar einen kompletten Projektzusammenhang über einen längeren und kontinuierlicheren Zusammenhang zu schaffen, mit denen in der Öffentlichkeit die Probleme, aber auch die Chancen, die sich hinter Begrifflichkeiten wie «inclusive development» oder «inclusive education» verbergen (also, im Entwicklungszusammenhang die Interessen behinderter Menschen grundsätzlich immer mit zu bedenken und sie in die Entwicklungsarbeit einfließen zu lassen, wie insbesondere von der UNESCO immer wieder gefordert), transportiert können.

Um dem Thema eine breite Öffentlichkeit zu verschaffen, soll im kommenden Jahr eine thematisch und Ziel führend angelegte Tagung durch die Lebenshilfe oder die ISL organisiert werden. Bei Interesse an der Thematik kann man sich auch jetzt bereits jederzeit an den Veranstalter der Podiumsdiskussion, den wohl rührigsten Verein auf diesem Gebiet in Deutschland wenden:

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit
z. Hd. Fr. Gabriele Weigt
Wintgenstraße 1
45239 Essen
Fon: 02 01 / 40 87 74 - 5
Fax: 02 01 / 40 87 74 - 8
e-Mail: bezev@t-online.de
Homepage: http://www.bezev.de/

 

© 2002 kobinet-nachrichten

Ihr E-Mail-Kontakt zur Geschäftsstelle:
hgh@netzwerk-artikel-3.de
 nach oben zurück 
  Inhalt  
 Drucken 
 Fenster schließen 

Page maintained by
Rolf Barthel   am 07.11.02
 

Diese Seite wurde aktualisiert am  Donnerstag, 01.01.1970, 01:00